„Das Märchen“ aus den „Unterhaltungen deutscher
Ausgewanderter“ ist Goethes Antwort auf Schillers Frage nach unserer
Selbstbestimmung, die er in seinen „Briefen zur ästhetischen Erziehung
des
Menschen“ stellt .
Es erzählt die Geschichte der grünen Schlange und der
schönen Lilie, des Alten mit der Lampe und der beiden Irrlichter, dem
traurigen Jüngling und der geheimnisvollen Könige und von all denen,
die sich
schließlich „...zur rechten Stunde vereinigen...“, damit sich die
Prophezeiung
des Alten erfüllen kann. Goethe
beschreibt in „Dichtung und Wahrheit“ die Erinnerung
an die Puppenspiele, die seine Großmutter für die Kinder
aufführte:
„Dieses Schauspiel
zog die jungen Gemüter mit Gewalt an
sich. Besonders auf den Knaben machte es einen sehr starken Eindruck,
der in
große, langdauernde Wirkung nachklang.“ –
Ohne diese Eindrücke, so sagte er später, habe er nicht
seinen „Faust“
schaffen können.
Die
Puppenbühne „Grüne Schlange“ führte „Das Märchen“
erstmals im Goethejahr 1999 als Marionettenspiel auf. Seitdem fanden
rund 40
Aufführungen an Schulen, heilpädagogischen Einrichtungen und an
öffentlichen
Orten in ganz Deutschland statt. 2008
entstand eine neue Bühne und Inszenierung. Nicht mehr
ein 8 Meter breites Gerüst, sondern variable Transparente bilden den
farbigen
Hintergrund, vor dem fast kindergroße, stabgeführte Figuren von den
sichtbaren Spielern
bewegt werden. Farbige Schattenfiguren und Projektionen ergänzen die
einzelnen
Szenen. Während
ein Erzähler den Text spricht, erscheint so das
Märchen als eine Folge bewegter Bilder, begleitet durch Klänge,
Geräusche und
Musik. Der Originaltext wurde so gekürzt, dass sich eine Spieldauer von
70
Minuten ergibt. Die Aufführung eignet sich für Kinder im Schulalter und
für
Erwachsene.
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